Infobrief des Fachberaters Bruno Binder-Köllhofer

Aktuelle Situation
Die Varroabehandlungen sind abgeschlossen, im September gab es ja erfreulicherweise gute Wetterverhältnisse für späte Behandlungen. Vielfach hat sich die Varroasituation entspannt, zumindest wurde mir nichts Gegenteiliges berichtet. Auch die Einfütterung sollte abgeschlossen sein. Die Bienen richten sich langsam auf die Überwinterung ein.

Was ist zu tun
Sofern Spättracht eingelagert wurde, sind diese Waben im Wintersitz zu entnehmen und gegen Futterwaben auszutauschen. Mindestens zwei, besser drei Waben im mittleren Bereich des unteren Raumes weisen jetzt noch idealerweise handtellergroße Brutflächen auf. Diese später frei werdenden Zellen benötigen die Bienen im Winter, damit sie sich kompakt zu einer Wintertraube zusammen ziehen und warm halten können. Sind Völker „überfüttert“, haben also nur noch reine Futterwaben ohne Leerzellen, sind mind. zwei Leerwaben im Zentrum einzuhängen.

Falls noch vorhanden, sind die Futtereinrichtungen abzuräumen, sofern man diese nicht isoliert im Winter belassen möchte.

Abnehmender Flugbetrieb und kühles Wetter lockt unerwünschte Mitbewohner in den geschützten Stock! Das Flugloch benötigt daher nun ein Mäusegitter. Um auch Zwergspitzmäuse abzuhalten, darf das Gitter nur eine Maschenweite von 5 x 5 mm bis max. 6 x 6 mm haben.

Der Bodenschieber wird entnommen, die Bodenlüftung ist offen, damit Völker nun die Brut verringern.

Sofern Sie eine sichere Brutpause zur Winterbehandlung einleiten wollen, wäre es jetzt auch leicht möglich, die Königin zu finden und in einem passenden Käfig zu sperren. Achten Sie darauf, dass die Bienen guten Zugang zur Königin haben und der Käfig sich immer in der Bienentraube befindet. Wird der Käfig nicht in eine Wabe eingefügt, ist eine Wabe zu entnehmen und eine entsprechende Lücke zu schaffen (Leichter Zugang über die Absperrgitter).

Nutzen Sie kühle fluglose Abende / Tage und schmelzen Sie alle nicht mehr benötigten Waben ein.

Wachsverfälschungen
Wie Sie dem Infobrief der Bieneninstitute entnehmen konnten wird vor Wachsver-fälschungen gewarnt. Gerüchteweise, leider jedoch ohne konkrete Angaben, ist mir dies schon früher zugetragen worden. Betroffen seien Imker, die aus dem Raum Aulendorf und Belgien Wachs bezogen. Die Mittelwände seien mit anderen Wachsen (Stearin, Paraffin) gestreckt worden. Zusätzlich wurden Pestizide darin gefunden, die die Brut absterben lassen.

Meine Empfehlung: Bauen Sie Ihren eigenen Wachskreislauf auf und falls Sie zukaufen müssen, beziehen Sie Mittelwände nur von vertrauenswürdigen Händlern. Reines Bienenwachs gibt es nicht zum „Schleuderpreis“!

Betroffene können sich bspw. wenden an: wachsproblem@online.de, dort sammelt ein Imker aus dem bayr. Landesverband, Vorkommnisse dieser Art. Benötigte Angaben: Imker, Händler, gekaufte Menge, Kaufdatum, Beobachtungen. Bitte auch informationshalber in „cc“ an mich (Bruno.Binder-Koellhofer@rpf.bwl.de).

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